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Bergedorfer Zeitung im Januar 2007
"Rübe"und seine Jungs
Sie sind inzwischen im reiferen Alter, dennoch erinnern sich die „Jungs" von Heinz Dörfer genau an die alten Fußballzeiten. „Er war der beste Trainer", loben ihn ehemalige Schützlinge vom FC Voran Ohe. " Von 1958 bis `68 hat er uns in die höchste Amateurliga gebracht", sagt Herbert Fildebrandt. Die Kicker danken es ihm bis heute. Zum 85. Geburtstag versammelten sie sich, um ihrem „Rübe" zu gratulieren. „Der Zusammenhalt war damals einzigartig und hat sich bis heute erhalten", sagte Fildebrandt. Drei Profispieler gingen aus der Mannschaft hervor: Ulli Schulz, Manfred Fink und Wilhelm Israel.
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Heinz Dörfer ( 4.v.links ) und seine "Jungs"
Norbert Skripitz, Wilhelm Israel, Artur Rode, Manfred Fink, Günter Gronau, Bernhard Mill, Eddie Rautschuss, Walter Schomann (v.links) und vorn Herbert Fildebrandt und Ehrenpräsident Hans-Heinrich Hackmack.

vom 13.Januar 2011
Ein Puffer für Herrn Dörfer

HEINZ DÖRFER Erfolgstrainer des FC Voran Ohe feiert 90. Geburtstag mit alten Weggefährten

Ohe. Wenn Heinz Dörfer zur Manöverkritik rief, spurten seine Spieler. Während der Erfolgstrainer des FC Voran Ohe den Fußballern dann gehörig die Leviten las, durften drei Dinge nie fehlen: sein geliebter "Puffer" (ein selbstgebackener Rosinenkuchen, die Red.), eine Tasse Kaffee sowie ein Glas Cognac. Doch wehe, ein Akteur war mal nicht dabei. "Das galt als grobe Unsportlichkeit", erinnert sich Norbert Skripitz noch heute ehrfürchtig.
Die letzte Sitzung dieser Art ist fast 44 Jahre her. Von 1958 bis 1968 trainierte "Rübe" Dörfer, den Spitznamen erhielt er aufgrund seiner markanten Kopfform, den FC Voran. Und in dieser Zeit machte der Coach dem Vereinsnamen alle Ehre. Als er den Klub übernahm, dümpelte die Mannschaft in den Niederungen der Kreisklasse. Doch danach ging es aufwärts. Nach drei Meisterschaften (1961, 1965 und 1967) führte Dörfer die Oher sogar für eine Saison in die damals dritthöchste Spielklasse, die Landesliga.
Das Geheimnis des Erfolges war die gute Kameradschaft. "Das waren alles kernige Jungs", schwärmt der Übungsleiter noch heute. Fast alle wohnten in Ohe oder Witzhave. "Der ganze Haufen hat einfach gepasst", ergänzt Herbert Fildebrandt, der erst Spieler und später Betreuer der Mannschaft war. Der Zusammenhalt ging soweit, dass die Spieler selbst, wenn eine Partie ins Wasser fiel, stundenlang zusammenhockten. Damit ihre Frauen zu Hause nicht misstrauisch wurden, hatten sie eine todsichere Methode ausgeheckt. "Wir haben unser Trikot und die Schuhe in einer Pfütze dreckig gemacht", bemerkt Artur Rode schelmisch.
Doch nicht nur feiern, auch kicken konnten sie. Und das, obwohl das Training häufig aufgrund einer fehlenden Flutlichtanlage in die Straßen Ohes verlegt werden musste. Dörfer verstand es wie kein Zweiter, seine Jungs auf den nächsten Gegner einzustimmen. "Für ihn wären wir durchs Feuer gegangen", betont Skripitz. Und Fildebrandt ergänzt:
"Vor Dörfers Jungs hatten alle Angst."
Dabei nannten sie ihren Trainer immer nur respektvoll "Herr Dörfer". Das ist bis heute so geblieben. Auch gestern, als Heinz Dörfer im Sportlerheim der TSV Reinbek seinen 90. Geburtstag feierte, war er für die zahlreich erschienenen Weggefährten von einst immer noch "Herr Dörfer". Und eines durfte bei seinem Ehrentag, an dem in vielen Erinnerungen geschwelgt wurde, natürlich auch nicht fehlen: ein "Puffer". Den hatten Dörfers Jungs als Geschenk mitgebracht.

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